Projekt: MOLOKO - MOLOdjoschnaja KOmnata (Jugendraum)

Gemeinsam mit unserer belarussischen Partnerorganisation "Rasnye-Ravnye" (Verschiedene-Gleiche, www.rrby.org) fand vom Sommer 2008 bis Sommer 2010 das Projekt MoLoKo statt - unser erstes gemeinsames Projekt, das von der AKTION MENSCH e.V. (www.aktion-mensch.de) gefördert wurde.
Momentan beantragen wir bei Aktion Mensch Gelder für ein weiteres Projekt mit Verschiedene-Gleiche, welches sich in einer aus dem Austausch "Andere Arbeitsweisen" entstandenen Kooperation mit der Selbstbestimmtheit und aktiven Teilhabe von Menschen mit Behinderungen widmen soll. Dabei werden wir mit der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen arbeiten, welche Belarus immer noch nicht unterzeichnet hat. (In Deutschland existiert aufgrund fragwürdiger Terminologie auch eine Schattenübersetzung)


Zum Hintergrund

In Belarus ist es eher ungewöhnlich, junge Menschen mit Behinderungen im Alter von 16 bis 35 Jahren (und auch darüber hinaus) als eine spezifische soziale Gruppe mit gewissen Charakteristiken zu benennen. Weil sich kaum jemand für ihre besondere Situation einsetzt, können Menschen mit Behinderungen in Belarus ihre Potenziale nicht ausschöpfen.
Der Staat reagiert nicht angemessen auf diese Problematik. Er leistet materielle Hilfen, schenkt dabei der Frage der Integration allerdings keine Aufmerksamkeit. Ähnliches passiert auch bei vielen Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Menschen mit Behinderungen werden meist als Klienten wahrgenommen, die verschiedene Angebote nutzen können. Jedoch ist ihr Engagement dann auf die Nutzung der Angebote beschränkt - nur selten können sie Programme selber mitgestalten oder leiten. Wenn die Maßnahme beendet ist, endet auch die Initiative der jungen Menschen mit Behinderungen.
Dadurch wird eine Integration nicht nur erschwert, sondern gar verhindert.

Menschen mit Behinderungen müssen mehr in das gesellschaftliche Leben eingebunden und an der Lösung ihrer Probleme aktiver beteiligt werden. Denn sie selbst wissen am besten, was ihnen fehlt.


Aktivierung und Integration

Wir denken, dass die Aktivierung und Integration sehr wichtig ist für junge Menschen mit Behinderungen. Ein selbstständiges Engagement zusammen mit anderen Menschen mit Behinderung sind wichtig für ihre psychische Verfassung und ihre soziale Adaption. Deshalb sehen wir es als absolut notwendig an, junge Menschen mit Behinderungen in ihrer Emanzipation und in ihren Wünschen zu unterstützen.
Das Ziel dieses Projektes war deshalb die Aktivierung und Integration junger Menschen mit und ohne Behinderungen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Das sollte hauptsächlich durch Aufklärung, Bildung und der Förderung von Talenten realisiert werden. Ebenso sollte die öffentliche Meinung von Menschen mit Behinderungen in der belarussischen Gesellschaft verbessert werden.


Um die Projektziele zu erreichen, wurden folgende Projekte und Angebote durchgeführt:

1. Psychologische Betreuung von jungen Menschen mit und ohne Behinderungen und deren Eltern
2. Organisation und Durchführung verschiedener auf Lernen und Selbstentfaltung orientierte Veranstaltungen im Jugendraum (so zum Beispiel Seminare zu den Themen "Kommunikationsgrundlagen", "sicheres Auftreten", "praktische Integration", "Jugendsubkulturen", "Lebenslauf schreiben", "Vorstellungsgespräch beim Arbeitgeber")
3. Ausbildung von jungen Menschen mit und ohne Behinderungen zu Seminarleitern für integrative Gruppen (Menschen mit und ohne Behinderung)
4. "Kino ohne Grenzen" (öffentliche Veranstaltung zum Thema der Integration junger Menschen mit Behinderung)
5. Organisation und Durchführung von einem integrativen Zeltlager.
6. Integrative Abende mit Musik und Unterhaltung

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