Projekt: Sonnenkur 2017

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Text: Uljana Drazhinskaja und Ksenja Golubovich
Übersetzung: Charlotte Sautier

Im Mai 2017 fand wieder die Sonnenkur für Kinder aus dem Behindertenheim Novinki im Sanatorium „Nadezhda“ statt.

Dieser letzte Frühlingsmonat war nicht nur deshalb besonders, weil der Sommer schon vor der Tür stand, sondern auch weil er uns eine unvergessliche Woche mit wunderbaren Menschen im Wald schenkte. Unsere Gruppe bestand aus sieben Kindern - Tima, Olja, Dasha, Nastja, Pasha, Anja und Zhenja - sowie aus einer Armee Freiwilliger – Nastja, Ilja, Ksjusha, Ljosha, Uljana und Masha. Begleitet wurde alles sorgfältig und professionell von der Ergotherapeutin Inna und der Erzieherin Elena.

Für einige der Freiwilligen war es eine komplett neue Erfahrung, andere waren schon auf Freizeiten dabei gewesen. Alle waren sehr bemüht einander in jedweder schwierigen Situation zu unterstützen, zu helfen und zu bestärken. So bildete sich aus uns, die wir einander bis dahin gar nicht gekannt hatten, schnell eine unglaublich zusammenhaltende und freundschaftliche Gruppe.
Die Woche verging wie im Flug. Wie konnte es auch anders sein, schließlich war jeder Tag gefüllt mit interessantem Programm, neuen Entdeckungen und starken Emotionen, so dass keine Langeweile aufkommen konnte.

Die Tage begannen mit einem köstlichen Frühstück und den morgendlichen Prozeduren. Für den einen waren das Kugelbäder, für den nächsten die therapeutische Dusche oder eine Massage. Anschließend wurde gemeinsam Kräutertee getrunken. Danach hatten wir freie Zeit, die jeder füllte wie er lustig war. So sonnten wir uns, bauten einen Massagesalon auf, hörten Musik, pusteten Seifenblasen, malten und schmierten uns mit Farben ein. Nach so einem intensiven Morgen verputzen wir das Mittagessen und hielten danach einen Mittagschlaf, den vor Allem die Freiwilligen liebten.

Bis zum Abendessen standen dann lange Spaziergänge durch den Kiefernwald auf dem Programm. Die Luft dort war einfach unglaublich.

Nach dem Abendessen gingen wir in Kleingruppen zum Salzluftatmen in die Solegrotte, in der immer irgendeine Musik spielte. Als größter Fan davon entpuppte sich Pasha, der anfing wie ein Dirigent zur Musik einen unsichtbaren Taktstock zu schwingen. Des weiteren liebten wir es abends auf den Schaukeln zu schwingen, von denen es in „Nadezhda“ für jeden Geschmack welche gibt. Manchmal gingen wir sogar in die „Diskothek“, was vor allem Dasha liebte.

Zu den tollsten Erlebnissen zählen Spaziergänge zum See. Gefühlt und tatsächlich war der Weg dorthin wie eine kleine Reise. Und wer verreist schon nicht gerne?

Das Highlight des letzten Tages war das Abschiedslagerfeuer. Es war traurig, dass die Woche zuende ging, aber alle wussten: Wir werden uns wiedersehen. Schließlich sind wir ein Team, und in einem Team vergisst man einander nicht.

Das Projekt wurde ermöglicht durch unzählige kleine und große Spenden, sowie einer finanziellen Förderung durch die Robert-Vogel-Stiftung.

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